Bedeutung der Karnevalsrufe

Wenn Sie sich jetzt wundern, was die von uns aufgeführten Karnevalsrufe bedeuten, hier ist eine kleine Erläuterung:

Kowelenz Olau – „Du meine Güte“

Ra Bu – „Radeburg“

Dibborsch Äla – „Äla“, der Ruf beim Gänsehüten

Maak Mött – „Mach mit“

Narri Narro – „Ich Narr, Du Narr“

Kalau – „Kaiserslautern“

Hei Jo – „Heiterkeit“ und „Jokus“

Ku Ka Kö – Kuh-Kaff Köthen

Apolle – „Apolda“

Erfordia Hei-Jo – vermutlich nach dem ersten Erfurter Karnevalsprinzen „Heinz-Joachim“

Hei Lu Ve – „Heiter, lustig und vergnügt“

Alaaf – „Alles ab, alles weg“

Helau – „Hölle auf“ oder „Halleluja“ , der Ursprung ist ungewiss

Alleh Hop – „Los geht’s“, vom französischen „allez hop“

Humpis Ahoi – abgeleitet vom Namen des Adelsgeschlechts Humpis

Schandi Schando – abgeleitet von Schandele, einer lokal-historischen Fastnetsfigur

Hummel, Mors – Hummel = Spottname einer populären Hamburger Figur, Mors = „Lass mich in Ruhe“

Awaaf – “Red kein Schund”

Ursprung

Karneval hat einen christlichen Ursprung und somit wird er auch überwiegend in catholischen Gegenden gefeiert. Da die 40-tägige Fastenzeit am Aschermittwoch beginnt, wird vorher noch mal so richtig gefeiert.

Bedeutung

Karneval – stammt von „carne vale“, soviel wie „Fleisch, leb wohl“
Fasching – aus dem altdeutschen Wort „Vastschanc“, der traditionelle Fastentrunk, wurde Fasching
Fastnacht – die Nacht vor dem Fasten 

Traditionen 

Karneval wird deutschlandweit auf verschiedene Weise gefeiert. In einem großen Teil Deutschlands, besonders im Rheinland, ist der Rosenmontagszug der Höhepunkt der Festivitäten. In anderen Teilen ist es der Narrensprung, wie in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, oder der Tanz der Marktweiber am Faschingsdienstag in München. In kleinerem Rahmen folgen die einzelnen Karneval-Klubs alljährlich Traditionen wie z.B. die Prinzenproklamation und Rathauserstürmung, aber auch die Eazebär-Verbrennung und Rekrutentaufe, wie bei sie den Karnevalsgesellschaften der Stadt Eschweiler in Nordrhein-Westfalen üblich ist.

Verkleidungen

Der Brauch sich zu verkleiden hat seinen Ursprung bei den Kelten und Germanen, die mit grusligen Masken sowie lautem Rasseln die bösen Geister des Winters vertreiben und die guten des Frühlings wecken wollten. Dieser heidnische Brauch blieb erhalten auch als das Christentum Einzug hielt. In der schwäbisch-alemannischen Fastnacht kann man dieses authentische Treiben heute noch erleben.

Essen

Traditionell leitet der Karneval, auch Fastnacht genannt, die lange Fastenzeit ein, die im Christentum von Aschermittwoch bis Ostern andauert. Die Fastnacht war deshalb für viele Gläubige die letzte Chance sich nochmal so richtig zu vergnügen. Das Essen fiel üppig und vor allem fettig aus. Die Tradition des Schmalzgebäcks ist schon 500 alt. Es wurde damals an arme Menschen verteilt, damit sie sich vor der langen Fastenzeit satt essen konnten. Diese Tradition hat sich bis heute fortgesetzt, wenn auch in unterschiedlichen Formen, wie z.B. als bayerische Hasenöhrl, als fränkische Blöchla, als Scherben in Baden und Schwaben, Schweizer Chneublätz oder als Fastnachtskrapfen, Pfannkuchen oder Berliner. Was von den Karnevalisten sonst noch verspeist wird, variert natürlich auch von Region zu Region. So geniessen die Narren in Koblenz vorzugsweise Debbekooche, ein herzhaftes Kartoffelgericht, und Markklösschensuppe, während die jecken Rheinsberger ihr Faschingsprogramm traditionell mit einer Bockwurstpolonaise beenden.

Musik

Die typische Karnevalsmusik ist sehr vielfältig. Angefangen mit Partyknüllern von bekannten Karnevalsbands wie den Bläck Fööss oder De Höhner, bis hin zu Schunkelmusik und Märschen, es ist von allem etwas dabei. Humorvolle und zuweilen anzüglich getextete Lieder, die bei den feiernden Narren für Stimmung und gute Laune sorgen, sind ein wichtiger Bestandteil der Karnevalskultur.
Die traditionelle Begleitmusik für Prinzenpaare, Tanzgarden oder Parade-Teilnehmer ist und bleibt jedoch die Marsch-Musik, wie sie von Fanfarenzügen und Blaskappellen gepflegt wird. Berühmt dabei sind z.B. Lieder wie der „Kölner Altstädter“ oder  „Der treue Husar“ (Heinrich Frantzen), aber auch der von Max Hempel komponierte „Laridah Marsch“ oder das „Schlängellied“ von Josef Cornelius, dass bei den Koblenzer Karnevalisten zur 5. Jahreszeit angestimmt wird.
Dazu haben viele Karnevalsgesellschaften zusätzlich mindestens einen Vereinsmarsch bzw. Vereinslied, welches vom Text dem jährlich neuen Karnevals-Motto angepaßt wird.

Schwäbisch-alemannische Fastnacht

Der Südwesten Deutschlands feiert die schwäbisch-alemannische Fasnet mit Mummenschanz und Guggenmusik. Sie unterscheidet sich erheblich vom rheinländischen Karneval wie er in Köln, Mainz und Düsseldorf gefeiert wird. Höhepunkt der schwäbisch-alemannischen Fastnacht ist der Narrensprung, der üblicherweise als Nachtumzug ausgerichtet ist und bei dem es oft recht derb und rüpelhaft zugeht. Verkleidete Gestalten mit gruseligen Holzmasken, sogenannte „Hästräger“ ziehen tanzend und Unsinn treibend durch die Straßen. Die Kostüme heißen „Häs“ und sollen Hexen, Teufel oder Figuren der schwäbisch-alemannischen Sagenwelt darstellen. Sie werden über Generationen gehegt und gepflegt und innerhalb einer Familie weitervererbt. Begleitet wird der Mummenschanz von Guggenmusikern, die ebenfalls verkleidet sind und schräge Blasmusik voller falscher Noten spielen.

13 Fakten zum Karneval


Wussten Sie, dass... 

Nürnberg den ältesten Karnevalsumzug der Welt hat? Er wird bereits im Jahr 1397 zum ersten Mal erwähnt?

in München die Frauen am Faschingsdienstag die Arbeit ruhen lassen und in prächtigen Kostümen ausgelassen tanzen? Der sogenannte Tanz der Marktweiber ist der Höhepunkt des dreitägigen Münchener Faschings

die Teilnehmer des Kölner Rosenmontagszug, der größte Deutschlands, mehr als vier Stunden für die knapp sieben Kilometer lange Route brauchen?

der größte Samba-Karneval Europas in Bremen stattfindet?

Klassiker, wie Polizist, Prinzessin, Clown, Cowboy oder Indianer, immer noch die beliebtesten Kostüme bei Karnevalisten sind?

die Vereinigung Deutsch-Amerikanischer Karnevals Gesellschaften jährlich eine Karnevals-Gala in Las Vegas hält?

es Tradition ist in München am Aschermittwoch den Geldbeutel im Fischbrunnen zu waschen, damit er sich nach den Festivitäten schnell wieder füllt? Dieser Brauch geht auf das 15. Jahrhundert zurück.

300 Millionen Euro im Jahr für Faschingskostüme in Deutschland ausgegeben werden?

seit Dezember 2014 der Rheinische Karneval Unesco Weltkulturerbe ist?

es den berühmten Kölner Rosenmontagszug erst seit 1823 gibt und vorher der festliche Höhepunkt am Veilchendienstag stattfand?

die Band „De Höhner“ im Jahre 2003 Kultstatus mit ihrem Karnevalshit „Viva Colonia“ erlangte? Das Lied stieg bis auf Rang 20 in der deutschen Hitparade und hielt sich dort 53 Wochen.

während des berühmten Kölner Rosenmontagszug jedes Jahr bis zu 150 Tonnen Süssigkeiten, oder Kamelle, in die Zuschauermenge geworfen werden?

der Rosenmontag mit Blumen nicht viel zu tun hat (obwohl auf ihn der Veilchendienstag folgt)? Der Begriff stammt aus dem hessischen Dialekt und bezieht sich auf das Verb "rasen", das "tollen" oder "toben" bedeutet.

 

Partners
Wir bedanken uns für die freundliche Hilfe bei unseren Kooperationspartnern:

Norbert Weiland, Präsident des Stadtverbands Eischweiler Karnevals-Komitee
http://www.eischwiele-fastelovend.de/

Ernst Knopp, Pressesprecher der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval
http://www.akk-koblenz.de/

Hans-Norbert Gast, Präsident des Rheinsberger Carneval Club
http://www.rheinsberger-carneval-club.de/